Was ist aus Haribo-Islands geworden?

14.September 2006

Da ärgert man sich, weil man diese Insel nicht selbst gewonnen hat und vergisst dann doch relativ schnell. Ein kurzer Rückblick:

Haribo verloste bei einem Internet Gewinnspiel ‘Haribo-Island’, eine Insel in Nova-Scotia. Sieger wurde ein junger Mann aus Kahl.

Gestern fand ich im Regional-Teil der FAZ einen Bericht, was aus der Insel geworden ist.

Waschen im See und Lachs aus dem Supermarkt

Mit drei Freunden hat der Inselgewinner aus Kahl Urlaub im neuen Blockhaus verbracht
KAHL. Wenn große Träume Wirklichkeit werden, treffen sie zwangsläufig auf die kleinen Widrigkeiten des Alltags. Auch in der wundersamen Geschichte des jungen Industriemechanikers aus Kahl, der urplötzlich zum stolzen Besitzer einer Insel avanciert ist, geht es inzwischen zu wie im richtigen Leben. Sie handelt von einem hinderlichen Gipsbein, Möbeln, die nicht geliefert wurden, und einem Blockhaus ohne Toilette. Trotzdem scheint sich auch in dem Fall des Matthias Roß die bekannte Nina-Ruge-Weisheit zu bewahrheiten: Alles wird gut.
Wie berichtet, hatte der Vierundzwanzigjährige aus dem Landkreis Aschaffenburg im vergangenen Jahr bei einem Internet-Gewinnspiel eines Bonner Herstellers von Gummibärchen eine 50 000 Quadratmeter große Insel gewonnen. “Haribo- Island” liegt auf demselben Breitengrad wie Südfrankreich in einem Binnensee auf der Halbinsel Nova Scotia vor der kanadischen Südostküste.
Der Gewinn, der einen Wert von schätzungsweise 200 000 Dollar haben dürfte, schloß auch ein Blockhaus ein. Weil Roß sich ein geräumigeres Domizil als das vorgesehene vorstellte, legte er noch Geld auf. Sieben mal neun Meter sollte das Bockhaus messen. Insgesamt kostete der Bausatz, der mit einem Spezialfloß auf die Insel geschafft werden sollte, mehr als 50000 Euro.
Die Einrichtung wählte der Kahler zu Hause in einem Katalog aus. Ikea in Kanada hatte zugesagt, die Möbel direkt auf die Insel zu liefern - mußte das Versprechen allerdings zurückziehen, kurz bevor Roß am 21. Juli vom Frankfurter Flughafen aus zum dritten Mal zu seinem neuen überseeischen Besitztum aufbrach. Drei Freunde begleiteten ihn.
Nach der Landung in Halifax mieteten die vier Freunde einen Lastwagen. Nach dem Ikea-Rückzieher steuerten sie nun selbst ein Möbelhaus an, um die für das aus benötigte Grundausstattung zu kaufen. Anschließend übernachteten sie in einem Motel auf dem Festland und fuhren am nächsten Tag in die Küstenstadt Shelburn. Von dort aus ging es mit einem Floß auf die bis dahin unbewohnte Insel.
Über die Ankunft spricht Roß heute mit einer Mischung aus Belustigung und Ironie: “Na klasse: Jetzt hatten wir schon unsere Möbel mitgebracht, aber mein Haus war nicht fertig.” Tatsächlich hatten die auf den Teilabrechnungen, die ihm nach Kahl geschickt worden waren, aufgeführten Arbeiten dies befürchten lassen.
führten Arbeiten dies befürchten lassen. Von außen bot sich den vier Ankömmlingen ein ziemlich vollständiges Bild. Aber bei genauem Hinsehen vermißten sie doch einige bescheidene Annehmlichkeiten, die man gemeinhin mit zivilisiertem Wohnen verbindet, nämlich Küche, Bad mit WC und Strom.
Trotzdem fanden alle ihren dreiwöchigen Urlaub “absolut super”, denn sie wußten sich zu behelfen. In dem kristallklaren Süßwasser-See fand sich eine sehr gut geeignete Stelle zum Waschen. Die Bauarbeiter verfügten über ein Notstromaggregat, aadas sie einen Elektroherd anschlossen.Außerdem hatten die vier einen GasGrill mitgebracht. Den Lachs kauften sie trotz der eigenen Angel in einem Super
markt auf dem Festland. ‘.
Von außen bot sich den vier Ankömmlingen ein ziemlich vollständiges Bild. Aber bei genauem Hinsehen vermißten sie doch einige bescheidene Annehmlichkeiten, die man gemeinhin mit zivilisiertem Wohnen verbindet, nämlich Küche, Bad mit WC und Strom.
Trotzdem fanden alle ihren dreiwöchigen Urlaub “absolut super”, denn sie wußten sich zu behelfen. In dem kristallklaren Süßwasser-See fand sich eine sehr gut geeignete Stelle zum Waschen. Die Bauarbeiter verfügten über ein Notstromaggregat, an das sie einen Elektroherd anschlossen. Außerdem hatten die vier einen GasGrill mitgebracht. Den Lachs kauften sie trotz der eigenen Angel in einem Supermarkt auf dem Festland.

Dort verbrachten sie, wenn sie. nicht gerade auf der großen Terrasse des Hauses faulenzten, viel Zeit. Die Bauarbeiter, mit denen sie sich rasch anfreundeten, luden sie zu Hufeisen-Werfen, “Wale Watching” und Festen ein. “Wir waren auf dem Festland sofort bekannt wie der bunte Hund”, erzählt Roß begeistert. Dies lag einerseits daran,daß in dem Küstenort Shelburn nur 2500 Menschen leben. Zum anderen erscheint dort die Zeitung “The Coast Guard”. Sie hat schon zwei Artikel über das Geschehen auf der bis dato einsamen Insel veröffentlicht und mit Roß ein weiteres Interview vereinbart. Schon in der nächsten Woche ergibt sich die Gelegenheit dazu. Denn am Freitag fliegt Roß mit seinen Eltern’ noch einmal auf seine Insel. Sie wollen ebenfalls ihren Urlaub dort verbringen. Ihr Matthias bleibt allerdings nur eine knappe Woche. Er muß dem Bauunternehmen bestätigen, daß das angeblich inzwischen vollständig fertiggestellte
Haus dem Vertrag entspricht. Außerdem will er verhindern, daß seine Eltern rosa Gardinen in die Fenster hängen.
FAZ - Rhein-Main-Zeitung vom 13.09.06

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Artikel gespeichert unter: Allgemein, Nova-Scotia

bisher 2 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. Einer der dabei war  |  27.November 2008 at 5:09 pm

    “Spezialfloß ” …wusste nicht das das Spezial war.

    “Trotzdem fanden alle ihren dreiwöchigen Urlaub “absolut super” ”
    genau

    “Elektroherd” hab ich zumindest keinen gesehen.

    super Recherchiert lol

  • 2. homepage&hellip  |  11.Dezember 2015 at 8:35 pm

    homepage…

    Kanada-Blog » Was ist aus Haribo-Islands geworden?…

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